Arbeitskampf bei Musashi

Belegschaft hat sich in der Urabstimmung am 3. Dezember für Streik entschieden

04.12.2025 | Volkmar Schob (56) arbeitet seit 2002 bei Musashi in Hann. Münden. „Ich habe meine Arbeit als Teamleiter der mechanischen Instandhaltung richtig gerne gemacht. Doch jetzt ist das Maß voll.“ Der Industriemeister und Betriebsrat hat im Jahr 2022 zusammen mit allen Kolleginnen und Kollegen erfolgreich einen Sozialtarifvertrag erkämpft. Künftig sollten Krisen in einem Steuerungskreis besprochen und gemeinsam Lösungen entwickelt werden. Dafür hatten die Beschäftigten an allen Standorten auf Entgelt verzichtet. Nun werden sie jedoch in den Hintern getreten.

Foto: Annette Vogelsang

Volkmar Schob - Foto: Annette Vogelsang

Solidarität mit Musashi - Foto: Annette Vogelsang

Musashi hat getrickst und getäuscht. Trotz des Tarifvertrags hat sich das Unternehmen mit Unterstützung einer Anwaltskanzlei, die für das sogenannte ‚Betriebsräte-Bashing‘ bekannt ist, gegen seine Belegschaft gestellt. Es wurden bereits Entgelte gestrichen. Betriebsräte wurden gemobbt. Es gab ungerechtfertigte Sabotageanschuldigungen. Den erkämpften Sozialtarif wollen sie aushebeln. Die Standorte Hann. Münden und Leinfelde stehen vor dem Aus. Die Produktion soll nach Ungarn und Spanien verlagert werden. Nach drei Schlichtungsterminen haben wir uns am Mittwoch in einer Urabstimmung mehrheitlich für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Der Konflikt wird mit aller Härte geführt. Das Unternehmen setzt an beiden Standorten Streikbrecher aus Ungarn und Spanien ein. Wir brauchen deshalb die Solidarität aus allen Betrieben, unserer Geschäftsstelle und anderen Regionen.

Hintergrund:

Der Sozialtarifvertrag bei Musashi wurde 2022 zwischen der IG Metall und Musashi Europe geschlossen. Zuvor hatten die Belegschaft und die Gewerkschaft mit Warnstreiks für Zukunfts- und Beschäftigungsgarantien gekämpft. Der Transformations-, Zukunfts- und Sozialtarifvertrag (TZS-TV) sichert die Standorte bis Ende 2030, verhindert betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 und bildet die Grundlage für Verhandlungen über ein Zukunftsmodell, das den Wandel vom Verbrenner- zum Elektromotor überbrücken soll.

 

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