Werksschliessung

DURA-Beschäftigte fordern Klarheit und faire Lösungen

02.09.2026 | Nach der Ankündigung der Werksschließung von DURA Automotive Systems in Einbeck wächst die Verunsicherung in der Belegschaft. Beschäftigte, Betriebsrat und IG Metall fordern mehr Transparenz und kämpfen für einen fairen Sozialplan.

(c) IG Metall SNH

Protest vor den Werkstoren: Belegschaft kritisiert Informationspolitik des Unternehmens

Die Beschäftigten von DURA Automotive Systems in Einbeck kämpfen für ihre Zukunft. Nachdem der Eigentümer Middleground Capital die Schließung des Standorts zum Ende des Jahres 2026 angekündigt hat, machten die Kolleginnen und Kollegen mit einer Protestaktion vor den Werkstoren auf ihre Situation aufmerksam. Ihr Vorwurf: Das Unternehmen halte wichtige Informationen zurück und lasse Beschäftigte und Betriebsrat im Unklaren.

„Die Mitarbeiter lässt man im Dunkeln“, kritisierte Betriebsrat Jan Großmann bei einer Versammlung der Belegschaft. Die Arbeitnehmervertretung habe zahlreiche Fragen zur geplanten Schließung gestellt, viele davon seien bislang unbeantwortet geblieben.

Schließung bedroht 87 Arbeitsplätze

Middleground Capital, eine US-amerikanische Beteiligungsgesellschaft, hatte den Standort im Jahr 2020 übernommen. Im Mai informierte das Management Betriebsrat und Beschäftigte über die Absicht, das Werk Ende 2026 zu schließen und sämtliche Arbeitsplätze abzubauen. Aktuell sind noch 87 Beschäftigte in Einbeck tätig. In Spitzenzeiten arbeiteten dort mehr als 1.000 Menschen.

Für die Beschäftigten kam die Ankündigung trotz schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen als Schock. Viele von ihnen sind seit Jahrzehnten im Betrieb beschäftigt und blicken mit Sorge auf ihre berufliche Zukunft. Auch das Schwesterwerk in Rotenburg (Wümme) ist von ähnlichen Schließungsplänen betroffen.

Betriebsrat und IG Metall verhandeln

Der Betriebsrat verhandelt derzeit gemeinsam mit der IG Metall über einen Interessenausgleich und Sozialplan. Ziel ist es, die Folgen der Werksschließung für die Beschäftigten so weit wie möglich abzufedern.

„Die Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen sind umfassende Informationen“, erklärt IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Milan Huhn. Der Betriebsrat fordere unter anderem Auskünfte zu den Hintergründen der Schließung, zu Kundenbeziehungen und zu finanziellen Verpflichtungen des Unternehmens. Erst auf dieser Basis könne beurteilt werden, ob das Unternehmen seinen gesetzlichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen gegenüber den Beschäftigten gerecht werde.

Die Arbeitnehmervertretung will dabei sowohl die Ausgestaltung der Schließung als auch die Höhe möglicher Abfindungen verhandeln. Ebenso gehe es um Perspektiven für ältere Beschäftigte und Unterstützung beim Übergang in neue Beschäftigung.

Lange Tradition in Einbeck

Der Standort an der Hullerser Landstraße blickt auf eine lange Geschichte zurück. Über viele Jahrzehnte war das Werk ein bedeutender Arbeitgeber in der Region und für zahlreiche Familien ein Garant für sichere Arbeitsplätze. In den vergangenen Jahren erlebte die Belegschaft jedoch wiederholt Eigentümerwechsel, Personalabbau und Umstrukturierungen.

Nach Angaben der IG Metall seien in den vergangenen Jahren nur begrenzt Investitionen in den Standort erfolgt. Die Beschäftigten haben deshalb Zweifel, ob ausreichend Anstrengungen unternommen wurden, um den Betrieb langfristig zu sichern.

Beschäftigte zeigen Zusammenhalt

Bei ihrer Versammlung machten die Beschäftigten deutlich, dass sie die Entwicklung nicht widerstandslos hinnehmen werden. Gemeinsam mit der IG Metall und dem Betriebsrat wollen sie für einen fairen Interessenausgleich und einen starken Sozialplan kämpfen.

Solidarität erhielten die Kolleginnen und Kollegen von Betriebsrats- und Gewerkschaftsvertretern anderer Unternehmen der Region. Gemeinsam sendeten sie ein klares Signal an die Geschäftsführung: Die Beschäftigten erwarten Transparenz, Respekt und faire Lösungen für ihre Zukunft.

„Wir werden alles dafür tun, das bestmögliche Ergebnis für die Beschäftigten zu erreichen“, betonte Gewerkschaftssekretär Milan Huhn.

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