DGB-Vorstand Stefan Körzell bei Coherent und Ottobock

Grundlage einer erfolgreichen Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik sind Tarifverträge

13.11.2025 | Die Beschäftigten des amerikanischen Lasersystemherstellers Coherent fordern einen Tarifvertrag. Da sich das Unternehmen weigert, Tarifverhandlungen aufzunehmen und einen Tarifvertrag zu schließen, organisierte die IG Metall erstmals Warnstreiks bei Coherent im August und Oktober 2025.

Am 24. Oktober besuchte Stefan Körzell, Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die Belegschaft in Göttingen, um ihr im Kampf um den Tarifvertrag Unterstützung zu bieten. Körzell betonte: „Es geht nicht nur um individuelle Verhandlungen vor Ort, sondern um wichtige Grundfragen der Tarif- und Arbeitspolitik.“ Der Tarifkonflikt bei Coherent wird somit in einem größeren Kontext gesehen. Körzell ergänzt: „Die deutsche Mitbestimmung und die Tarifverträge waren bisher die Grundlage der erfolgreichen Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik. Der Rückgang der Tarifbindung gefährdet diese Grundlage.“ Körzell ist der Meinung, dass „Verhandlungen um einen Mindestlohn bei einer flächendeckenden Tarifbindung nicht notwendig wären“. Die Mitbestimmung sichere gute Arbeitsbedingungen und dies müsse auch für ausländische Investoren an deutschen Standorten gelten. Dass deutsche Arbeitgeber die Tarifbindung aufweichen wollen, sei genauso inakzeptabel.

Stefan Körzell hat auch die Betriebsräte bei Otto Bock besucht. Das ist ein deutliches Signal an die Geschäftsführung, das Betriebsräte-Bashing zu beenden. Das Unternehmen geht massiv gegen seine Interessenvertreter vor, um die Mitbestimmung zu beschädigen.

Der DGB und die IG Metall kämpfen weiter für die Tarifbindung und unterstützen dabei die Belegschaften, wie etwa bei Coherent. Deren Forderung lautet: „Es ist Zeit für einen Tarifvertrag in diesem Unternehmen.“

Unsere Social Media Kanäle