14.09.2026 | Betriebsrat und Arbeitgeber haben sich am 10. September auf einen Interessenausgleich sowie einen Transfer-Sozialplan verständigt. Mit dem Verhandlungsabschluss wird der Weg für einen Insolvenzplan und damit für die Fortführung der JL Goslar GmbH frei gemacht.
In den Verhandlungen konnten gegenüber den ursprünglichen Planungen Verbesserungen für die Beschäftigten erreicht werden. Statt der zunächst vorgesehenen 49 Stellen sollen nun 34 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Auswahl erfolgt nach sozialen Kriterien.
Für die betroffenen Beschäftigten wurde eine Transfergesellschaft vereinbart. Das Transferkurzarbeitergeld wird auf 80 Prozent aufgestockt. Zudem steht ein Qualifizierungsbudget von bis zu 750 Euro zur Verfügung.
Das gesetzlich mögliche Sozialplanvolumen wird vollständig ausgeschöpft. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass ausscheidende Beschäftigte künftig zusätzlich von einem möglichen Verkauf des Ilsenburger Grundstücks profitieren sollen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Verhandlungen über einen abweichenden Tarifvertrag wurden beendet. Damit gelten die Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie weiterhin uneingeschränkt.
Offen bleibt die Frage der tariflichen Leistungszulage. Die strittigen Reklamationen werden nun durch die tarifliche Schlichtungsstelle geklärt.
Trotz der erzielten Verbesserungen bleibt der Personalabbau ein schwerer Einschnitt für die Betroffenen. Betriebsrat und IG Metall tragen das unternehmerische Konzept nicht aus Überzeugung mit, sondern um eine Betriebsschließung zu verhindern.
Mit dem Abschluss von Interessenausgleich und Transfer-Sozialplan ist nun eine wichtige Voraussetzung für die Rettung des Unternehmens geschaffen. Jetzt stehen Gesellschafter und Gläubiger in der Verantwortung, ihren Beitrag zum Insolvenzplan und zur Zukunft der JL Goslar GmbH zu leisten.